05.21
Heute soll ich also mal bei rxtx-server.de beschreiben, wie ich mit UMTS ins Internet komme. Normalerweise, bei den “langweiligen” Windows Nutzern packt man den UMTS-Stick aus, Karte rein, Software installiert und gut ist. Bei Linux ist das etwas schwieriger, obwohl alle Netzbetreiber in irgendeiner Weise eine Unix-Unterstützung anbieten. Dies geschieht aber nur teilweise offiziell. Vodafone bietet extra ein .tar an, um per UMTS online zu gehen.
O2 macht dies wohl mittels eines konfigurierten UMTSmon-Paketes, allerdings nur auf Nachfrage beim Support.
Da ich heute mal auf einer anderen Arbeitsstelle bin, in deren direkten Umgebung es keine offenen WLAN oder freigegebene Ethernetleitungen gibt, habe ich mir von meinem Schwager den O2-UMTS-Stick ausgeliehen, um UMTS mit Linux zu testen. Es handelt sich um einen HUAWEI E169 G.
Da stand ich also mit meinem Archlinux und dem UMTS-Stick. Irgendwie bin ich ja doch nur ein “Anwender”, habe also weniger Ahnung davon, wie man jetzt die Sache angeht. Also habe ich mal im Internet gesurft. Es gab verschiedene Anleitungen, nach denen man richtig viele Scripte schreiben und bearbeiten musste. Die Beiträge waren wohl alle etwas älter.
Die Nutzer von z.B. Ubuntu können wohl mittels des Network-Managers sehr einfach eine UMTS Verbindung aufbauen. Natürlich kann jeder Linuxer den Networkmanger installieren und nutzen. Nur dann wäre doch der Reiz ein wenig weg, oder? Man könnte auch UMTSmon nutzen, welches ganz leicht den Zugang ermöglicht.
Mit dem UMTSmon habe ich auch erst einmal angefangen. Das Paket liegt bei vielen Distributionen in den Quellen. Bei Arch Linux ist das Paket im AUR. Es gibt auch ein Paket bei sourceforge.
Mit diesem Programm kann man viele Dinge einstellen und sogar ohne weitere Konfiguration online gehen. Es gibt da z.B. den Menüpunkt, dass die Karte selber entscheidet, welchen Zugang sie nutzen möchte. Leider klappte das bei mir erst einmal nicht, weil ich ppp nicht / noch nicht konfiguriert hatte. Der Zugang ging aber tadellos, allerdings konnte ich keine Internetseite anzeigen lassen. Dazu aber später mehr.
Eigentlich benötigt man sowieso keine GUI für das UMTS, zumindest nicht unter Linux.
Also habe ich, nach langer Suche im Internet die Sache doch per Hand erledigt.
Auf vielen Seiten steht etwas von Modulen laden etc. Das ist sicherlich nötig, wenn man einen älteren Kernel hat. Bei meinem Archlinux reichte es, den Stick am USB Port einzustecken und Sekunden später war er präsent. Dies sieht man mit dem Befehl “lsusb”.
Gleichzeitig müßten in /dev die Einträge ttyUSB0, ttyUSB1, ttyUSB2 erscheinen.
Nun habe ich mich an einer Anleitung entlanggehangelt. Unter Arch Linux ist es aber doch recht einfach. Man muß das Paket “ppp” installieren, welches von Hause aus schon bei jeder Distribution dabei ist. Aber es kann ja sein, dass man ppp gelöscht hat.
Nun erstellt man eine Datei namens “ppp” im Verzeichnis /etc/ppp/peers/ . Bei Arch werden hier übrigens auch die Konfigdateien für VPN Verbindungen gespeichert.
Die Datei ppp hat folgenden Inhalt:
Die Angaben in der Datei sind eigentlich selbsterklärend. Da die meisten Netzanbieter für UMTS kein Passwort und keine Benutzerkennung benötigen (die Erkennung des Nutzers geschieht über die SIM-Karte), kann man die zwei Angaben leer lassen, oder irgendetwas hineinschreiben.
Nun muss noch eine Datei namens /etc/chatscripts/ppp erstellt werden.
Die schaut dann so aus:
‘READY-AT+CPIN=1111-’ ” Die “1111! sind der PIN der SIM-Karte
‘OK’ ‘AT+cgdcont=1,”IP”,”internet”‘ “internet” ist der APN des Providers.
‘OK’ ‘ATDT*99***1#’ “*99***1#” ist die Einwahlnummer des Providers
Nun müßte mit pon ppp die Verbindung gestartet werden. Da dieser Befehl keine Ausgabe macht, kann man sich mit pppd call ppp nodetach den Befehlsablauf anzeigen lassen.
ifconfig liefert nach kurzer Zeit z.B. folgende Angaben.
Nun kann man auch mittels Ping andere Server ansprechen. Leider ging zu diesem Zeitpunkt kein DNS. Die Nutzung eines Webbrowsers war also nicht möglich, da angewählte Seiten mit einer Fehlermeldung zurückgewiesen wurden.
Folgende Sache ist da los. Normalerweise holt sich der Computer seinen DNS-Server aus der /etc/resolv.conf. Die wird bei jeder neuer Anwahl mit dem neuen DNS-Eintrag überschrieben. Nur die Datei war leer. Also etwas nachgeforscht. ppp schreibt eine eigene resolv.conf. Die Datei befindet sich in /etc/ppp/. Hier stehen auch die richtigen Nameserver. Da ich das UMTS ja nur testweise nutze, habe ich die /etc/ppp/resolv.conf mittels cp einfach in die /etc/resolv.conf kopiert. Das ist zwar nicht die feine Art, aber es funktioniert. Nur muß man diesen Vorgang bei jeder Neueinwahl wiederholen. Einfacher wäre es, die Datein dauerhaft zu verlinken.
So, ich hoffe, dass ich ein paar Tipps geben konnte, wie das mit dem ppp und UMTS funktioniert. Ich habe mich da heute selber durchgewurschtelt und viel rumprobiert. Daher sind die Angaben ohne Gewähr.




















Ich werde es gleich mal testen . ;) mal schauen
wow, du hast mich mit dem Beitrag vom stundenlangem Rumprobieren weggeholt => Es klappt! Mit dem Alice UMTS Stick 2 unter Arch Linux!! :D Allerdings besteht das resolv.conf-Problem nicht mehr, bei mir wurde die resolv.conf direkt neu geschrieben; also nurnoch pon ppp und alles ist gut.
Danke! :)
Hallo,
also bei uns hat es gut geklappt so.
Kleiner Hinweis: Es wäre cool gewesen die Configs in Textform zu haben, dann müsste man nicht alles mühsam abtippen… ;)
[...] solchen Stick mal beim lieben Schwager geliehen. Den Rest der Geschichte kann man bei Philipp auf rxtx-server [...]